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Liebes Tagebuch,
zumeist träume ich ja des nachts. Dieses Mal jedoch kam es mir wie Tags vor. Dunkle tief liegende Augen eines alten Mannes schauten mich verschlagen an und seuselten mir vielsagend Weltfremdes ins Hirn, dass ich unwillkürlich an den Puckeligen denken mußte, der mit knorrigen Fingern und dunkler Magie ,den Hirn und Lebenssaft seiner Abhängigen aussaugte. Welcher Film war das nur? Auch sah ich einen entstellten Jüngling mit Prinz Eisenherz Frisur, an dessen Seite ein machthungriger Dämon lauerte, um ihm böse Dinge einzutrichtern. Deutsche! 42 Stunden-Woche, Abschaffung gewerkschaftlicher Rechte, Sparen bei den Ärmeren um den Geldgierigen die Taschen voller zu stopfen. Auch der Verschlagene predigt gegen die Liebe und wettert sein mittelalterliches Inquisitionsgeschwätz den Gläubigen ins Gedärm zwischen den Ohren.Aber welcher Film war das den schon wieder? Ich versuchte die Augen zu öffnen und wach zu werden aber es wollte mir nicht glücken. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich zum Leiden erzogen wurde, wie all die anderen Wähler, Gläubigen und Bürger. Um sich als wahrer Katholik oder Christenchrist zu fühlen, muss man bereit sein zu leiden und all die Opfer zu bringen, die man von uns für unser Leben und dass der Kindeskinder fordert.
Und wer zum Glauben an das Unwahrscheinlichste im Leben erzogen wurde, der glaubt auch denen, die wahrlich Grund genug haben zu jammern in all ihrem Reichtum. Da würde ich mich auch beklagen wenn ich wüßte, das meine menschliche Leistung bei weitem nicht meinen Verdienst rechtfertigt und ich auf Kosten anderer in die goldene Kloschüssel kacke. Wir christenmenschen müssen die unterstützen, und auf die schimpfen, die stark und rücksichtslos sind und ausgebeutet, krank und gehandycapt-also faul-.
Wenn es den Reichen gut geht, geht es uns auch gut! Ja was nun? Christ sein oder nicht sein? Paradox und Paragrafen. Papa und der Papst. Kinderfreundlich und Christdemokratisch?
Solch Unsinnigkeiten gibt es nur in den Träumen. Also legte ich mich ins Bett und machte meine Arbeit. Von einer Zukunft zu träumen, die ja realer ist als die realität, denn die kann ja nur ein Alptraum sein. In meiner Traumarbeit habe ich es zumindest in der Hand, den all zu oft angezweifelten „gesunden Menschenverstand“,( im Einklang mit Natur und erlebten und der Bereitschaft Erlebtes zu verarbeiten und die Zukunft zu gestalten), zur Entfaltung kommen zu lassen.
Liebes Tagebuch, ich hoffe unsere Beziehung bleibt bestehen und es gehen nicht all die Lichter aus, die ich brauche um mit dir Kontakt auf zu nehmen.
Dein Ostfriese
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